Magacs, Negele Paul Felix Schmidt A Winning Formula

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Magacs, Negele Paul Felix Schmidt A Winning Formula
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Eva Regina Magacs ist die Tochter von Felix Paul Schmidt. Michael Negele ist Chemiker, aktiver Schachhistoriker, Autor und Mitgründer der Ken Whyld Association.


Das Buch ist zweisprachig aufgebaut: Deutsch und Englisch.


Auszug Klappentext:


" Paul Felix Schmidt lived in revolutionary times.  His nationalities, in date order, were Russian, German, Estonian, American andthe major incidents that affected his life were the Russian Revolution and the Second World War.  ..


He was unfortunate in that his best period as a chess player coincided with the war which probably had an adverse effect on his results.  The need to provide for his family meant that he was virtually unable to play chess once he reached America. "  Anthony J. Gillam

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Beschreibung

Details

Eva Regina Magacs ist die Tochter von Felix Paul Schmidt. 

Eva Regina Magacs kam in Heidelberg auf die Welt. Die Eltern: Paul Felix Schmidt und Eva L. Schmidt. Im Alter von 5 Jahren wanderte sie mit den Elterm in die USA aus. Der Vater Paul Felix Schmidt promovierte in Chemie und wurde in den USA ein erfolgreicher Wissenschaftler.

Michael Negele ist Chemiker, aktiver Schachhistoriker, Autor und Mitgründer der Ken Whyld Association.

IM Frank Zeller über die Paul Felix Schmidt Biographie

Selten wagen sich (Schach-) Autoren an die historischen Meister der „zweiten Reihe“ heran, allein schon aufgrund der zu erwartenden Verkaufszahlen.

Monographien über die Weltmeister, vielleicht noch über deren Herausforderer, finden ihre Abnehmer, aber wer - außer Experten der Schachhistorie - interessiertsich noch für Spieler, die vor etlichen Jahrzehnten zu den 10 bis 20 besten der Welt, also „nur“ zur erweiterten Weltspitze gehörten?

Der Spieler mit dem „Allerweltsnamen“ Paul Felix Schmidt dürfte dem breiten Schachvolk unbekannt sein. Dabei galt der Deutschbalte in seiner besten Zeit als ein potentieller WM-Kandidat.

Doch der Zweite Weltkrieg griff einschneidend in seinen Lebenslauf ein. Nun hat der bekannte Schachhistoriker Michael Negele das Schicksal Schmidts dem Vergessen entrissen, und mit einer inhaltlich wie äußerlich aufwendig gestalteten Biographie eine würdige Erinnerung geschaffen.

Ursprünglich arbeitete Negele mit dem englischen Schachhistoriker Anthony Gillam an einem gemeinsamen „Projekt Schmidt“. Gillams Recherchen und Anregungen flossen auch ins Buch ein, doch kurzfristig änderte der Brite seine Pläne und entschloss sich zu einer eigenständigen Publikation, welche die Schachpartien Schmidts in den Vordergrund stellt.  Negeles Buch dagegen konzentriert sich nur in einem Kapitel auf das schachlicheErbe:  ein Dutzend der besten/wichtigsten Partien Schmidts werden vorgestellt, größtenteils mit zeitgenössischen, vom Spieler selbst verfassten Analysen.

Im Zentrum des Buches steht seine Lebensgeschichte im Wechselstreit mit den umwälzenden historischen Umständen. Dass Negele Kontakt mit Eva Regina Magacs, der Tochter Schmidts, aufnehmen konnte, erwies sich für den Historiker als großer Glücksfall. Die im Bundesstaat New York lebende mittlerweile 70jährige Übersetzerin zeigte sich zur Mitarbeit bereit, steuerte ein Kapitel über ihre persönlichen Erinnerungen an ihren Vater, etliche Privatbilder sowie Schmidts eigene „Tagebucheintragungen“ bei.

Zudem sorgte sie für die Übersetzung ins Englische, so dass das Buch nun zweisprachig zu genießen ist; insbesondere liegt der Hauptteil, Negeles Text, separat in zwei Sprachen vor. Die Fülle am vorhandenen Bildmaterial machte es möglich, die entsprechenden Textstellen im deutschen wie im englischen Text mit ähnlichen, dabei nicht identischen Bildern zu illustrieren.

Negeles Text ist sehr „dicht“, gespickt mit einer Fülle gut recherchierter Informationen.  Dabei rollt der Autor die Hintergründe bis hin zu Schmidts Urgroßvater auf, um den historischen Kontext, das Leben der Deutschen Minderheit im Baltikum, ausführlich zu porträtieren. Zugleich verweist er damit auf die ausgeprägte Schachtradition in der Familie: der Urgroßvater war Pädagoge und Leiter eines angesehenen Internats in Fellin, dem heutigen Viljandiin Estland. Dort wurde Schach gepflegt, Schmidts Großvater, der im Internat aufwuchs, entwickelte dadurch eine innige Schachliebe, die er weitergab.

Schmidts Vater war noch stärker vom Schachvirus infiziert und selbst ein ausgezeichneter Spieler, der seinen Sohn von klein auf mit dem Spiel in Kontakt brachte und das sich abzeichnende Talent förderte.  Der junge Paul wuchs mit diesem günstigen Hintergrund ausgestattet bereits frühzu einem der besten Spieler Estlands heran.

Sein Umfeld war von klein auf geprägt durch die Wirren infolge des ersten Weltkriegs: dem Unabhängigkeitswunsch des kleinen Landes, das stets im Spannungsfeld der aggressiven Nachbarn Russland und Deutschland stand, und welches mal von dieser, mal von der anderen Seite „geschluckt“ wurde.

Zugleich stand er mit seinen deutschen Wurzeln im Spannungsfeld zur estnischen Mehrheit. In der Konkurrenz zu Paul Keres wird dieser Konflikt manifest: beide waren Jahrgang 1916, trugen denselben Vornamen, wurden beide in Narva geboren (Keres war ein halbes Jahr älter), sie waren die hoffnungsvollsten Nachwuchskräfte Estland.

Doch trotz vieler Gemeinsamkeiten war ihre Beziehung von Rivalität, gar Animositäten geprägt: sie lieferten sich häufig erbitterte Duelle, bei denen etwa über die Landesmeisterschaft oder die Teilnahme an Olympiaden entschieden wurde. Der Este Keres äußerte sich desöfteren abfällig über den „Deutschen“ Schmidt und wollte seinen Widersacher offensichtlich verunglimpfen – das war das erste Mal, dass ich etwas Negatives über den ansonsten allgemein als Gentleman geltenden Keres gelesen habe! Mit Anfang Zwanzig war Schmidt bereits in der estnischen Olympiaauswahl etabliert, 1937 feierte er den größten Erfolg seiner Schachkarriere, als er das starke Turnier von Pärnu gewann und dadurch auch international bekannt wurde.

Der persönliche Entscheidungsprozess zwischen Schachprofitum oder einem bürgerlichen Beruf (er studierte Chemie) wurde durch den Ausbruch des Weltkrieges torpediert. Seine Familie und er gerieten zum Spielball der Mächtigen– ab 1939 wurden die Deutschbalten „Heim ins Reich“ umgesiedelt. Schmidt sah sich plötzlich als Wehrpflichtiger in den Krieg hineingezogen, den er als Deutscher auf der Seite der Nazis ausfechten musste. Negele geht nicht auf die Frage der Verantwortung, einer möglicher „Schuld“ des Protagonisten ein, rekonstruiert indes minutiös, soweit möglich, seinen Verbleib indieser unübersichtlichen Zeit. Es geht vor allem ums Überleben, ein nachvollziehbarer Antrieb: Schmidt kommt es letztlich zupass, dass er a) ein guter Schachspieler, b) Wissenschaftler und sprachbegabt und c) bei schlechter Gesundheit ist. So umgeht er mit Glück und Geschick, an die Front geschickt zu werden.

Er dient als Übersetzer in den hinteren Linien, wird einer der Aushängeschilder des „Großdeutschen Schachbundes“ und nimmt an den Turnieren teil, die während des Krieges in Deutschland und den besetzten Zonen (wie im Generalgouvernement Warschau, wo er auf Bildern mit Generalgouverneur Hans Frank abgebildet ist) ausgerichtet wurden. Da gehört er neben Aljechin, Bogoljubow und dem aufgehenden Stern Klaus Junge stets zum Favoritenkreis. Seine Schachkunst hilft ihm dabei, zu überleben. Nach Ende des Krieges entkommt er mit knapper Not der Kriegsgefangenschaft inSibirien bzw. der „Einverleibung“ durch den ihm verhassten Kommunismus und trifft auf wundersame Weise wieder seine Familie in Heidelberg. In den Nachkriegsjahren gilt er als einer der besten (West-)Deutschen Spieler, die Zeit Unzickers stand erst noch bevor.

Doch Schmidt hält sich mit dem aktiven Turnierschach zurück, kümmert sich primär um seine wissenschaftliche Laufbahn,und promoviert. Insgeheim ist der Entschluss gereift: er will dieses politisch instabile Europa verlassen, für sich und seine Familie (die Tochter Eva Regina ist mittlerweile geboren) eine sichere Zuflucht suchen. Anno 1952 wandern die Schmidts nach Amerika aus, Paul Schmidt gelingt es, Arbeit zu finden. Er arbeitet sich hoch, landet berufliche und wissenschaftliche Erfolge und kann seiner Familie (mittlerweile zwei Töchter) wachsenden Wohlstand bieten. Fürs Schach bleibt er lebenslang offen und neugierig, seine Tochter schildert, wie er desabends Partien nachspielte und die aktuellen Turniere verfolgte. In seinem letzten Lebensjahr gewinnt er noch ein Fernschachturnier. Von Aljechin ist bekannt, dass er die Nazipropaganda unterstützte. Ähnliches lässt sich von Schmidt nicht belegen, aber auch Distanzierungen sind Fehlanzeige.Schmidts Leben ist exemplarisch: ein Mann der Wissenschaft, unpolitisch, der unversehens in den Krieg hineingezogen wird, ein Spielball der verrückten Mächtigen.

Es zählt das nackte Überleben, man nutzt die vorhandenen Möglichkeiten aus. Schmidts Wunsch ist nicht viel mehr als eine sichere Existenz, abseits von Rassenhass, Diskriminierung und Gewalt.  Ein verständlicher Wunsch, den er in seiner zweiten Lebenshälfte realisiert. Negele wertet nicht, sondern hält sich nüchtern an die Fakten und bringt uns dadurch ein Einzelschicksal in bewegter Zeit näher. Einen Menschen, der im Schach herausragend war, der die Schachgeschichte eine Zeitlang bereicherte, und für den Schach eine wichtige Rolle im Überlebenskampf des Krieges spielte.

Die ausgezeichnete äußerliche Gestaltung mit Schutzumschlag und dem gelungenen Layout von Ulrich Dirr verleihen der spannenden Lektüre einen gesteigerten Genuss.   IM Frank Zeller | Schachtraining 

Frank Zeller* 1969,  Internationaler Meister seit  2001, Mehrfacher Württembergischer Meister (1997 – 2003), vielfacher Gewinner mittelstarker Open, speziell im Süddeutschen Raum. 8. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Dudweiler 1996, gleichzeitig 1. IM-Norm. Langjähriger Erst- und Zweitligaspieler. Seit 2003 Oberliga 1. Brett bei der SG Schwäbisch Gmünd.  

Bibliographische Angaben

Bibliographische Angaben

Zustand NEW | NEU | NOUVEAU | NIEUW | NUEVO | NY | НОВЫЙ | NOWOŚĆ
Produktart Schachbuch gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl 520 Seiten
EAN 9785935800082
ISBN 978-5-935800-08-2
Maße (Länge x Breite) Nein
Gewicht in g 769
Sprache Deutsch
Autor/en Eva Regina Magacs, Michael Negele
Herausgegeben 2017
Verlag Exzelsior Verlag Edition Randstein
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